Am 23. Spieltag der Major League Soccer (MLS) zeigte sich Superstar Lionel Messi einmal mehr in überragender Form. Der argentinische Weltfußballer führte Inter Miami zu einem spektakulären 5:3 (1:1)-Heimsieg gegen den FC Cincinnati und war an allen fünf Treffern seiner Mannschaft direkt beteiligt. Mit zwei eigenen Toren und zwei Vorlagen untermauerte der 38-Jährige seinen Status als unangefochtener Anführer des Teams aus Florida und festigte die Tabellenführung Miamis in der Eastern Conference.
Das Spiel begann zunächst ausgeglichen. Cincinnati, das in dieser Saison ebenfalls stark auftritt, ging nach einer knappen halben Stunde in Führung. Doch Messi antwortete prompt: In der 24. Minute erzielte er den Ausgleichstreffer nach einem schnellen Angriff über die linke Seite. Sein Schuss aus spitzem Winkel schlug unhaltbar im kurzen Eck ein. Im zweiten Durchgang legte Messi nach: In der 55. Minute vollendete er einen feinen Doppelpass mit Sergio Busquets und traf erneut – diesmal mit einem platzierten Flachschuss ins lange Eck. Es war bereits sein zehntes Saisontor.
Doch Miami gab sich nicht zufrieden. Der eingewechselte Mateo Silvetti wurde in der 79. Minute von Messi mustergültig bedient und schob zum 3:1 ein. Cincinnati kämpfte sich zwar durch zwei schnelle Treffer auf 3:3 heran, doch dann sorgte Messi erneut für den Unterschied: Ein Freistoß des Argentiniers prallte an die Latte und von dort an den Rücken von Torhüter Roman Celentano, der den Ball ins eigene Netz beförderte. Der mexikanische Nationalspieler Germán Berterame setzte in der 84. Minute den Schlusspunkt zum 5:3-Endstand.
Mit dieser Leistung führt Messi die Scorerliste der MLS nach zwölf absolvierten Partien eindrucksvoll an: Elf Tore und fünf Vorlagen bedeuten eine direkte Torbeteiligung pro 64 Minuten. In den vergangenen drei Spielen allein gelangen ihm vier Tore und fünf Assists – eine Quote, die selbst für seine Verhältnisse außergewöhnlich ist. Die gesamte Liga erlebt derzeit eine Messi-Show, die ihresgleichen sucht. Seine Bewegungen, seine Übersicht und sein finaler Pass heben das Niveau des gesamten Teams und machen Inter Miami zu einem ernsthaften Titelanwärter.
Hintergrund: Messis Weg in die MLS
Der Wechsel von Lionel Messi zu Inter Miami im Juli 2023 war eine der größten Sensationen in der Geschichte des Fußballs. Nach 21 Jahren beim FC Barcelona und zwei Spielzeiten bei Paris Saint-Germain entschied sich der achtmalige Weltfußballer für ein Engagement in den USA. Seitdem hat er die MLS nicht nur sportlich aufgewertet, sondern auch medial in den Fokus gerückt. Stadien sind ausverkauft, die TV-Quoten steigen, und junge Spieler erhalten die Chance, gegen eine lebende Legende zu spielen. Messis Vertrag in Miami läuft noch bis Ende 2025, mit einer Option auf Verlängerung. Seine Präsenz hat bereits dazu geführt, dass andere Stars wie Sergio Busquets, Jordi Alba und kürzlich auch Luis Suárez nach Miami kamen.
Die aktuelle Saison ist für Inter Miami die vielleicht wichtigste seit der Gründung 2018. Das Team steht nicht nur an der Spitze der Eastern Conference, sondern hat auch in der CONCACAF Champions Cup beeindruckt. Messis Führungsqualitäten sind dabei von unschätzbarem Wert. Trainer Tata Martino vertraut auf eine offensive Spielweise, die Messi alle Freiheiten lässt. Das System funktioniert: In zwölf Ligaspielen erzielte Miami bereits 34 Tore – Bestwert in der MLS.
Thomas Müller: Comeback als Joker
Ein weiteres deutsches Aushängeschild in der MLS feierte am Wochenende ein erfolgreiches Comeback: Thomas Müller, der seine Karriere nach über einem Jahrzehnt beim FC Bayern München nach Nordamerika verlegt hat, kehrte nach einer gut zweiwöchigen Krankheitspause zurück. Der 35-jährige Offensivspieler wurde in der 84. Minute für die Vancouver Whitecaps eingewechselt, als es gegen den FC Dallas 3:2 stand. Müller brachte in den verbleibenden Minuten Ruhe und Erfahrung ins Spiel, sicherte den Ball in der Offensive und half, den knappen Vorsprung über die Zeit zu retten. Am Ende stand ein wichtiger 3:2-Heimsieg, der Vancouver in der Western Conference auf den dritten Platz katapultierte.
Für Müller war es der erste Einsatz seit dem 3. April, als er sich eine Virusinfektion zugezogen hatte. In dieser Saison hat er bisher acht Spiele bestritten, dabei ein Tor erzielt und drei Vorlagen gegeben. Seine Rolle als Joker ist nicht neu: Schon beim FC Bayern war Müller oft vom Platz gekommen und hatte entscheidende Akzente gesetzt. In Vancouver schätzt man seine Intelligenz und sein Spielverständnis. Trainer Vanni Sartini lobte nach dem Spiel: „Thomas bringt uns in den entscheidenden Momenten genau das, was wir brauchen: Köpfchen und Ballsicherheit.“
Marco Reus und Timo Werner: Gemischte Gefühle
Weniger glücklich verlief der Spieltag für Marco Reus. Der ehemalige Dortmunder Star stand für die Los Angeles Galaxy in der Startelf, konnte aber die 1:3-Heimniederlage gegen Sporting Kansas City nicht verhindern. Reus, der nach 12 Jahren bei Borussia Dortmund im Winter zu den Galaxy wechselte, zeigte zwar engagierte Laufwege und mehrere gute Pässe, doch die offensive Durchschlagskraft fehlte. Nach 77 Minuten wurde er ausgewechselt. Die Galaxy befinden sich derzeit auf dem achten Platz der Western Conference und kämpfen um einen Playoff-Platz. Reus hat in dieser Saison in neun Einsätzen ein Tor und eine Vorlage erzielt – eine Ausbeute, die er selbst als ausbaufähig bezeichnet.
Bitter war der Abend auch für Timo Werner. Der deutsche Nationalstürmer fiel bei San José Earthquakes erneut verletzungsbedingt aus. Beim 2:3 gegen Seattle Sounders konnte das Team den Offensivspieler nicht einsetzen. Werner, der im Januar von RB Leipzig nach San José gekommen war, kämpft mit wiederkehrenden Muskelverletzungen. In dieser Saison stand er erst in sechs Spielen auf dem Platz und erzielte zwei Tore. Sein Fehlen ist ein herber Schlag für die Earthquakes, die im Tabellenkeller der Western Conference feststecken. Die medizinische Abteilung des Klubs arbeitet fieberhaft daran, Werner für die kommenden Wochen wieder fit zu bekommen – denn die Playoff-Rennen werden jetzt heiß.
MLS im Aufschwung: Vier Wochen vor der WM
Die aktuelle Saison der MLS steht unter besonderen Vorzeichen. In nur vier Wochen beginnt die Fußball-Weltmeisterschaft 2026 in den USA, Mexiko und Kanada. Die Liga dient als wichtiger Gradmesser für die Form der Spieler, insbesondere derjenigen, die bei der WM für ihre Länder auflaufen werden. Messi wird trotz seines Alters von 38 Jahren als einer der Favoriten auf den Titel mit Argentinien gehandelt. Seine Auftritte in der MLS zeigen, dass er noch immer in der Lage ist, Spiele im Alleingang zu entscheiden. Auch Müller hat Chancen, in den deutschen WM-Kader berufen zu werden – seine Erfahrung und variable Offensivkraft könnten Bundestrainer Julian Nagelsmann wichtige Optionen bieten.
Die MLS selbst profitiert von der WM-Vorfreude. Die Zuschauerzahlen sind gestiegen, die Qualität des Fußballs hat sich in den letzten Jahren enorm verbessert. Mit Stars wie Messi, Busquets, Reus und Müller wird die Liga international immer ernster genommen. Die Playoffs in diesem Herbst versprechen Hochspannung – und das Duell zwischen Inter Miami und den Vancouver Whitecaps könnte bereits ein Vorgeschmack auf das sein, was 2026 bei der Weltmeisterschaft möglich ist.
Source: Yahoo News News