Kendrick Lamar gegen Drake: Schlägt der Rapper nach dem Super Bowl zurück?
Der Rap-Streit zwischen Kendrick Lamar und Drake gehört zu den meistbeobachteten Konflikten der Musikwelt. Beim Super Bowl 2025 in New Orleans nutzte Lamar die Halbzeitshow, um seinen viralen Diss-Track „Not Like Us“ gegen Drake zu performen. Für viele Fans war das nicht nur ein musikalischer Höhepunkt, sondern eine bewusste Fortsetzung des jahrelangen Beefs. Drake reagierte auf seine Weise: mit einer Klage gegen sein eigenes Label, einem neuen Musikvideo und einem bestätigten Festival-Auftritt. Die Frage bleibt, ob und wie der kanadische Rapper zurückschlagen wird.
Die wichtigsten Fakten im Überblick
- Kendrick Lamar und Drake führen seit mehr als einem Jahrzehnt einen öffentlichen Streit, der sich in Diss-Tracks, Interviews und Social-Media-Debatten niederschlägt.
- Beim Super Bowl 2025 performte Lamar „Not Like Us“, einen Song, der Drake unter anderem als Lügner und schlechtes Vorbild darstellt und schwere Vorwürfe erhebt.
- Drake verklagte im Januar 2025 sein eigenes Label und warf der Universal Music Group vor, die Veröffentlichung des Liedes stelle Verleumdung und Belästigung dar.
- Für „Not Like Us“ erhielt Lamar fünf Grammys, darunter Aufnahme des Jahres, Song des Jahres und Bestes Rap-Lied.
- Drake bleibt kommerziell erfolgreich: Sein Auftritt als Headliner des Wireless Festivals in London vom 11. bis 13. Juli war sofort ausverkauft.
Die Halbzeitshow als Bühne für den Diss
Die NFL Super Bowl Halftime Show zählt zu den meistgesehenen Musikauftritten des Jahres. Kendrick Lamar nutzte die Bühne im Februar 2025 nicht nur für ein Medley seiner größten Hits, sondern auch für politische Statements gegen US-Präsident Donald Trump. Der Auftritt mit „Not Like Us“ war jedoch der Moment, auf den viele Rap-Fans gewartet hatten. Lamar spielte den Song, der im Zentrum des aktuellen Beefs steht, vor einem Millionenpublikum. Für Drake war das ein öffentlicher Seitenhieb auf der größten möglichen Bühne. Die Performance zeigte, wie sehr der Konflikt längst Teil der Popkultur geworden ist: Der Song ist nicht nur ein Diss-Track, sondern ein viraler Hit, ein Meme und ein Grammy-Gewinner.
Drakes Klage gegen sein eigenes Label
Im Januar 2025 reichte Drake Klage gegen sein eigenes Label ein. Er wirft der Universal Music Group vor, die Veröffentlichung von „Not Like Us“ stelle Verleumdung und Belästigung dar. Der Schritt ist ungewöhnlich, weil Drake und Lamar beide bei UMG unter Vertrag stehen beziehungsweise standen. Medienberichten zufolge gab es im März 2025 noch keine Vergleichsgespräche. Der Fall soll vor einem Geschworenengericht verhandelt werden und wäre für drei Wochen in New York angesetzt. Ob es tatsächlich zu einem Prozess kommt, ist offen. Der Rechtsstreit zeigt jedoch, dass der Beef nicht mehr nur auf musikalischer Ebene ausgetragen wird. Drake versucht, den Konflikt auch juristisch zu führen. Für Lamar wiederum ist die Klage ein weiterer Beweis dafür, wie sehr der Song Drake getroffen hat.
Neues Video, neue Spekulationen
Am 31. März 2025 veröffentlichte Drake ein neues Musikvideo zu seiner Single „Nokia“. Besonders auffällig: Das schwarz-weiße Video ähnelte in seiner Ästhetik dem Video zu Lamars „Not Like Us“. Fans und Branchenbeobachter spekulierten sofort, ob Drake damit ein Zeichen setzen wollte. Eine direkte Antwort auf Lamar blieb zunächst aus. Stattdessen setzte Drake auf indirekte Botschaften, visuelle Ähnlichkeiten und die Aufmerksamkeit, die solche Details in sozialen Netzwerken erzeugen. Ob noch ein musikalischer Gegenschlag folgt, ist unklar. In der Vergangenheit hat Drake auf Angriffe häufig mit neuen Tracks reagiert. Diesmal könnte jedoch auch die juristische Auseinandersetzung im Vordergrund stehen.
Drake als Festival-Headliner
Trotz des Super-Bowl-Seitenhiebs hat Drakes Popularität offenbar keinen Schaden genommen. Der 38-Jährige wurde als Headliner des Wireless Festivals in London bestätigt. Das Konzertwochenende vom 11. bis 13. Juli war sofort ausverkauft. Für Drake ist es der erste Auftritt bei dem Festival seit 2021. Die Nachricht zeigt, dass der Rapper weiterhin zu den größten Zugpferden der internationalen Musikszene zählt. Ein öffentlicher Konflikt mit einem anderen Superstar schadet der Karriere offenbar nicht zwangsläufig. Im Gegenteil: Der Beef hält beide Künstler im Gespräch und sorgt für Aufmerksamkeit, die sich auch in Streaming-Zahlen und Ticketverkäufen niederschlagen kann.
Wie der Streit begann: Vom „Bruder“ zum Rivalen
Die beiden Musiker waren nicht immer verfeindet. 2012 stand Kendrick Lamar gemeinsam mit Drake auf der Bühne. Drake bezeichnete ihn damals als seinen „Bruder“ und stellte ihn dem Publikum vor. Zu diesem Zeitpunkt war Lamar noch nicht so erfolgreich wie Drake. Im selben Jahr veröffentlichte Lamar sein Album „Good Kid, M.A.A.D City“, das vor allem seine Kindheit und Familienverhältnisse in Compton behandelte. Das Album machte ihn zu einem der wichtigsten neuen Stimmen im Rap. 2013 folgte der Wendepunkt: Lamar rappte einen Vers auf Big Seans Track „Control“, in dem er Big Sean, J. Cole und Drake angriff. Der Vers war eine Kampfansage an die gesamte Rap-Szene. Obwohl solche Provokationen zum Rap-Game gehören, war Drake alles andere als begeistert. Der Ton zwischen den beiden Künstlern wurde rauer.
Neue Runden: „Like That“ und J. Coles Rückzug
Die Freundschaft zwischen Lamar und Drake währte nicht lange. In den folgenden Jahren wurde der Konflikt in neuen Tracks immer wieder thematisiert. 2023 sorgte Drake gemeinsam mit J. Cole in „First Person Shooter“ für neue Spannungen. Auf dem Album „We Don’t Trust You“ von Metro Boomin und Future machte Lamar 2024 in seinem Vers zu „Like That“ klar, dass er sich selbst als den besten Rapper der sogenannten Big 3 sieht. J. Cole reagierte zunächst mit dem Song „7 Minute Drill“, nahm ihn aber kurz darauf wieder offline und erklärte bei einem Live-Auftritt, dass er sowohl Drake als auch Lamar schätze. Mit diesem Schritt zog sich J. Cole aus dem Beef zurück. Der Konflikt war damit jedoch nicht beendet. Im Gegenteil: Lamar und Drake lieferten sich in den folgenden Monaten einen Schlagabtausch, der in der Rap-Geschichte seinesgleichen sucht.
„Euphoria“: Lamar nennt Drake einen Lügner
2024 veröffentlichte Kendrick Lamar den Song „Euphoria“, in dem er Drake als Lügner bezeichnete. Lamar warf ihm vor, kein gutes Vorbild für seinen Sohn Adonis zu sein. Außerdem erklärte er, warum er Drake nicht ausstehen könne. In dem Track heißt es unter anderem, dass er die Art, wie Drake geht, spricht und sich kleidet, nicht ausstehen könne. Diese Zeilen gingen auf TikTok viral. Der Song war keine subtile Kritik, sondern eine direkte Abrechnung. Lamar nutzte „Euphoria“, um Drake auf persönlicher und künstlerischer Ebene anzugreifen. Für viele Fans war klar: Der Beef ist endgültig eskaliert. Drake antwortete später mit eigenen Tracks, doch Lamar hatte mit „Euphoria“ einen der meistdiskutierten Momente des Jahres geschaffen.
„Family Matters“ und „Meet the Grahams“: Angriffe auf das Privatleben
In „Family Matters“ griff Drake das Privatleben von Lamar an. Er unterstellte Lamars Frau einen Seitensprung mit einem Freund von Lamar. Lamar antwortete mit dem Track „Meet the Grahams“, in dem er Drakes Eltern kritisierte. Er machte sie dafür verantwortlich, einen schlechten Menschen erzogen zu haben. Außerdem warf Lamar Drake vor, eine geheime elfjährige Tochter zu haben. Drake bestritt diese Vorwürfe. Im Netz verbreitete sich zudem die Annahme, Drake habe solche Gerüchte selbst gestreut, um Lamar mit Falschinformationen für den nächsten Diss-Track zu füttern. Die Auseinandersetzung wurde damit zunehmend persönlich und überschritt die Grenze zwischen künstlerischer Rivalität und privaten Anschuldigungen. Für die Öffentlichkeit war schwer zu unterscheiden, welche Vorwürfe belegbar waren und welche Teil der strategischen Kommunikation wurden.
„Not Like Us“: Schwere Vorwürfe und fünf Grammys
In „Not Like Us“ bezeichnet Lamar Drake unter anderem als Pädophilen und als Mann, der seine Frauen sehr jung mag. Der Song spielt auf Drakes Bekanntschaft mit der Schauspielerin Millie Bobby Brown an. Brown war 14 Jahre alt, als Drake 30 war; sie erklärte später in einem Interview, dass sie und der Rapper regelmäßig miteinander schreiben würden und er ihr Tipps in Bezug auf Jungs gebe. Diese Aussage wurde im Kontext des Diss-Tracks intensiv diskutiert. Lamar erhielt für „Not Like Us“ fünf Grammys: Aufnahme des Jahres, Bestes Rap-Lied, Lied des Jahres, Bestes Musikvideo und Beste Rapdarbietung. Der Song wurde damit nicht nur zum viralen Hit, sondern auch zum kommerziell und kulturell erfolgreichsten Werk des Beefs. Für Drake war die Grammy-Nacht ein weiterer Rückschlag in der öffentlichen Wahrnehmung.
Serena Williams und der Überraschungsauftritt beim Super Bowl
Aufmerksame Zuschauer bemerkten während der Super-Bowl-Performance auch den Überraschungsauftritt von Serena Williams. Die Tennis-Ikone erschien auf der Bühne, während Lamar „Not Like Us“ spielte. Warum war sie dabei? Bereits 2015 wurde Williams mit Drake bei einem romantischen Dinner gesehen. Der Musiker war damals so in sie verliebt, dass er um die Welt jettete, um sie bei ihren Turnieren anzufeuern. Die Romanze endete, und Williams lernte ihren heutigen Ehemann Alexis Ohanian kennen. Drake erwähnte die Sportlerin später in mehreren Songs, darunter „Worst Behavior“, „Too Good“ und „Middle of the Ocean“. Im letzten Werk bezeichnete er Ohanian als Groupie. Williams’ Auftritt beim Super Bowl könnte daher ein weiterer Seitenhieb gewesen sein. Ob es sich um eine bewusste Botschaft handelte, ist nicht bestätigt, doch die Symbolik war für viele Fans eindeutig.
Warum der Beef weitergeht
Der Streit zwischen Kendrick Lamar und Drake ist mehr als eine persönliche Fehde. Er ist ein Kampf um kulturelle Deutungshoheit im Rap. Lamar gilt als krit
Source: Kurier News