Die US-Unternehmerin und Influencerin Kim Kardashian hat sich mit der US-Börsenaufsicht SEC auf eine Zahlung von 1,26 Millionen Dollar geeinigt. Auslöser ist die Bewerbung des Krypto-Tokens EthereumMax, kurz EMAX, über ihren Instagram-Account. Die SEC wirft ihr vor, für die Werbung Geld erhalten zu haben, ohne diese Bezahlung offenzulegen. Für Kardashian ist das nicht nur finanziell ein Rückschlag, sondern auch ein prominent geführtes Beispiel dafür, wie eng die Regeln für Promi-Werbung im Krypto-Sektor inzwischen ausgelegt werden.
Die wichtigsten Fakten
- Kim Kardashian zahlt 1,26 Millionen Dollar an die SEC.
- Sie hatte auf Instagram für den Krypto-Token EthereumMax geworben.
- Für die Werbung soll sie rund 250.000 Dollar erhalten haben.
- Die Bezahlung wurde nach Auffassung der SEC nicht offengelegt.
- Kardashian kooperiert mit der Untersuchung und darf drei Jahre lang keine Krypto-Token mehr bewerben.
- EMAX verlor nach seinem Höchststand rund 99 Prozent an Wert.
- Die SEC sieht in dem Fall ein Warnsignal für Prominente, Influencer und Anleger.
Was die SEC konkret vorwirft
Nach den Feststellungen der SEC hat Kardashian gegen Section 17(b) des US-Wertpapiergesetzes verstoßen. Diese Vorschrift verbietet es, für den Kauf oder Verkauf eines Wertpapiers zu werben, ohne die Gegenleistung und deren Höhe offenzulegen. Die Behörde behandelte EMAX in diesem Zusammenhang als Krypto-Asset-Wertpapier. Der Vergleich erfolgte nach SEC-Angaben ohne ein Eingeständnis oder ein Bestreiten der Vorwürfe.
Die 1,26 Millionen Dollar setzen sich nach Angaben der Behörde aus einer Strafe von einer Million Dollar, rund 260.000 Dollar Rückzahlung der erhaltenen Werbevergütung und Zinsen zusammen. Damit ist die Summe deutlich höher als die Werbeeinnahme, die Kardashian nach SEC-Angaben erzielt haben soll. Der Fall zeigt, dass die US-Börsenaufsicht nicht nur gegen Krypto-Projekte selbst vorgeht, sondern auch gegen die Prominenz, die ihnen Reichweite verschafft.
Der Instagram-Post und die 250.000 Dollar
Kardashian hatte im Juni 2021 über ihren Instagram-Account eine Botschaft an ihre mehr als 300 Millionen Follower verbreitet. Der Text lautete sinngemäß, dies sei keine Finanzberatung, aber sie teile, was ihre Freunde ihr gerade über den EthereumMax-Token erzählt hätten. Für viele Beobachter war das eine typische Influencer-Formulierung: ein scheinbar beiläufiger Hinweis, der zugleich enorme Reichweite erzeugt.
Die SEC kam zu dem Ergebnis, dass Kardashian für diese und mögliche weitere Promotionen rund 250.000 Dollar erhalten hatte. Entscheidend war nicht allein die Werbung, sondern das Fehlen einer klaren Kennzeichnung. Wer für ein Finanzprodukt bezahlt wird, muss nach US-Recht offenlegen, von wem und in welcher Höhe. Genau diese Transparenz fehlte nach Auffassung der Behörde.
Kardashian verpflichtete sich nicht nur zur Zahlung, sondern auch zur Zusammenarbeit mit der laufenden Untersuchung. Zusätzlich akzeptierte sie eine dreijährige Sperre: In dieser Zeit darf sie keine Krypto-Token mehr bewerben. Für einen Promi mit enormer Social-Media-Reichweite ist das eine spürbare Einschränkung, auch wenn sie finanziell nicht an die Strafe heranreicht.
EthereumMax: ein ERC-20-Token mit großem Namen
EthereumMax, abgekürzt EMAX, ist ein einfacher ERC-20-Token. Solche Token lassen sich technisch vergleichsweise leicht auf der Ethereum-Blockchain erstellen. Der Name sollte offenbar vom guten Ruf der Ethereum-Blockchain profitieren, obwohl EthereumMax nicht mit dem Ethereum-Netzwerk selbst gleichzusetzen ist. Das ist ein wiederkehrendes Muster im Krypto-Markt: Ein klangvoller Name, eine große Community und viel Marketing sollen Aufmerksamkeit erzeugen.
Gehandelt wurde EMAX nach den Angaben im Fall lediglich auf einigen dezentralen Krypto-Börsen wie Uniswap, SushiSwap und ShibaSwap. Diese Plattformen sind nicht im gleichen Maße reguliert wie klassische Börsen. Es gibt keine zentrale Instanz, die eine Aktie oder ein Wertpapier im herkömmlichen Sinn prüft. Für Anleger bedeutet das mehr Eigenverantwortung, aber auch ein höheres Risiko, an undurchsichtige oder manipulative Projekte zu geraten.
99 Prozent Wertverlust und das Muster eines Pump-and-Dump
Im Juni 2021 stieg der Preis von EMAX noch einmal an, konnte die Spitze aus dem Mai 2021 aber nicht mehr erreichen. Seit dem Höchstwert verlor der Token rund 99 Prozent an Wert. Für Marktbeobachter ähnelt das einem klassischen Pump-and-Dump-Muster: Ein Asset wird durch gezielte Aufmerksamkeit nach oben getrieben, weitere Anleger steigen ein, und anschließend fällt der Preis stark zurück.
Wichtig ist dabei eine Differenzierung: Die SEC erhob gegen Kardashian keine Vorwürfe, sie habe den Token selbst manipuliert oder den Kurs künstlich gesteuert. Der konkrete Vorwurf betraf die nicht offengelegte Bezahlung für die Werbung. Der massive Wertverlust von EMAX zeigt jedoch, warum solche Promotionen für Anleger so gefährlich sind. Prominenz kann Aufmerksamkeit erzeugen, aber sie ersetzt keine Due Diligence.
Der Fall ist auch deshalb bemerkenswert, weil er in eine Phase fiel, in der Krypto-Werbung durch Prominente stark zugenommen hatte. Sportler, Musiker und Schauspieler bewarben Token, NFTs und Handelsplattformen. Viele dieser Kampagnen waren nicht klar als Werbung gekennzeichnet. Die SEC signalisiert mit dem Vergleich, dass sie solche Fälle künftig genauer prüfen will.
Warum Promi-Werbung für Krypto so riskant ist
Prominente genießen Vertrauen. Ihre Follower gehen oft davon aus, dass sie ein Produkt nur empfehlen, wenn sie selbst davon überzeugt sind. In der Realität handelt es sich häufig um bezahlte Kooperationen. Bei klassischen Konsumgütern ist das für viele Verbraucher noch erkennbar. Bei Finanzprodukten und Krypto-Token ist die Grenze zwischen Empfehlung, Entertainment und Anlageberatung jedoch fließend.
Hinzu kommt die enorme Geschwindigkeit sozialer Medien. Ein einziger Post kann innerhalb von Minuten Millionen Menschen erreichen. Bei einem Token mit geringer Marktkapitalisierung reicht bereits ein Bruchteil dieser Reichweite, um den Preis deutlich zu bewegen. Für professionelle Marktteilnehmer kann das eine Gelegenheit sein, für unerfahrene Anleger wird es schnell zum Risiko.
Die SEC-Vorsitzende Gary Gensler betonte in einer Stellungnahme, der Fall sei eine Erinnerung daran, dass die Befürwortung einer Investitionsmöglichkeit durch Prominente oder Influencer nicht bedeute, dass das Produkt für alle Anleger geeignet sei. Anleger sollten potenzielle Risiken und Chancen im Hinblick auf ihre eigenen finanziellen Ziele prüfen. Zugleich richtete er die Botschaft an Prominente, dass das Gesetz von ihnen verlangt, der Öffentlichkeit offenzulegen, w
Source: Trending Topics News