Es war nur ein kurzer Blick in eine rostige Raumschiffgarage – und doch hielt er das Publikum auf der D23-Entertainment-Showcase am Freitag in Atem. Disney ließ erstmals Szenen aus „Star Wars: Starfighter“ über die Leinwand laufen, dem neuen Kinofilm, der die Galaxis weit, weit entfernt in eine bisher unerforschte Ära führt. Im Zentrum steht Ryan Gosling (45) als lässiger Pilot Kade, ein Mann von der falschen Seite der Galaxis, wie er selbst sagt. An seiner Seite: Newcomer Flynn Gray, dessen Figur noch ein Geheimnis bleibt.
Eine Begegnung in der Garage
Das gezeigte Material beginnt unspektakulär, entfaltet aber schnell einen Sog. Flynn Grays Charakter entdeckt ein verstecktes Fluggerät – und wird prompt von Kade erwischt. „Habe ich dir nicht gesagt, dass du nichts anfassen sollst?“, brummt Gosling mit rauer Stimme. Dann klärt er auf, worum es sich handelt: um eine ausgemusterte G17, die einst als schnellster Starfighter galt, der je gebaut wurde. Sein Gegenüber hat noch nie von diesem Schiff gehört. Kade quittiert das vielsagend: „Dafür gibt es einen Grund.“ Die wenigen Minuten Sichtmaterial reichten aus, um die Richtung des Films zu zeigen: ein Abenteuer, das mit bekannten Mustern bricht und gleichzeitig vertraute Elemente aufgreift.
Ein eigenständiger Film nach der Skywalker-Saga
„Star Wars: Starfighter“ spielt nach den Ereignissen von „Star Wars: Der Aufstieg Skywalkers“ – und damit am bislang spätesten Punkt der gesamten Zeitlinie. Bekannte Figuren? Fehlanzeige. Auch Handlungsstränge rund um die Skywalker-Familie werden nicht bemüht. Das betonte Regisseur Shawn Levy in einem Statement, das im Rahmen der D23-Präsentation veröffentlicht wurde. Stattdessen erzählt der Film eine völlig eigenständige Geschichte, die jedoch thematisch tief in der Mythologie von Star Wars verwurzelt bleibt. Levy zufolge verknüpft das Abenteuer die großen Franchise-Themen Hoffnung, Familie und Abenteuer mit einer Ära, die nie zuvor auf der Leinwand zu sehen war.
Der gewählte Zeitpunkt ist bewusst weit entfernt von den epischen Schlachten zwischen Rebellen-Allianz und Imperium. Die Galaxis hat sich nach dem Sturz der Ersten Ordnung offenbar neu sortiert. In dieser Welt ist Kade ein Außenseiter, der sich nicht um große Politik kümmert, sondern ums Überleben. Der Trailer zeigte rasantere Verfolgungsjagden über Meere und Sümpfe, Speederbikes, mächtige imperial anmutende Raumschiffe und klassische Weltraumaufnahmen, die an die ikonischen Bilder der Originalsaga erinnern. Eine Brückenkonstruktion weckte sogar Erinnerungen an Luke Skywalkers und Leias berühmten Schwung in „Die Rückkehr der Jedi-Ritter“ – ein nostalgischer Moment, der das Publikum spürbar berührte.
Ryan Gosling als galaktischer Draufgänger
Für Ryan Gosling ist die Rolle des Kade in mehrfacher Hinsicht eine besondere. Der Schauspieler, der in Filmen wie „Drive“, „La La Land“ und „Barbie“ sein Gespür für charismatische, oft schweigsame Typen bewiesen hat, bringt genau das richtige Maß an Coolness und Verletzlichkeit mit, um einen Starfighter-Piloten glaubwürdig zu verkörpern. Bei der Präsentation beschrieb er seine Rolle als „einen Typen von der falschen Seite der Galaxis, dessen Schicksal mit dem schnellsten Starfighter verbunden ist, der je gebaut wurde“. Diese Selbstbeschreibung lässt Raum für Interpretationen – und für eine mögliche Entwicklung seiner Figur im Laufe des Films.
Bemerkenswert ist die emotionale Verbindung, die Gosling zu Disney hat. Schon vor der Präsentation sorgte Regisseur Shawn Levy für einen nostalgischen Moment: Er überraschte seinen Hauptdarsteller mit alten Aufnahmen aus „The Mickey Mouse Club“, wo Goslings Karriere einst begann. Prompt betrat Ryan die Bühne in einer Mickey-Jacke und wurde sentimental: „Ich verdanke Disney viel ... und jetzt bin ich 30 Jahre später wieder hier, und es verändert erneut mein Leben“, zitierte ihn „The Hollywood Reporter“.
Kurz darauf wechselte er das Outfit und schlüpfte in eine Jacke mit dem Logo seiner Figur Kade. Ein symbolischer Moment, der die Wandlung vom Kinderstar zum Blockbuster-Helden unterstrich. Levy selbst bezeichnete die Rolle als die bislang entscheidendste in der Laufbahn des Schauspielers. Angesichts von Goslings bisheriger Karriere ist das eine bemerkenswerte Aussage – umso mehr, weil die Zusammenarbeit der beiden kein einmaliges Projekt bleibt.
Bekannte und neue Gesichter
Das Ensemble von „Star Wars: Starfighter“ kann sich sehen lassen. Neben Ryan Gosling sind unter anderem Matt Smith, Mia Goth, Aaron Pierre, Amy Adams und Daniel Ings mit von der Partie. Matt Smith, bekannt aus „Doctor Who“ und „House of the Dragon“, dürfte für eine gehörige Portion Charisma sorgen. Amy Adams, mehrfach oscarnominiert, bringt Tiefe in jede Rolle, die sie übernimmt. Mia Goth hat sich in den letzten Jahren mit Horrorfilmen wie „Pearl“ und „X“ einen Namen gemacht. Aaron Pierre beeindruckte zuletzt in „Rebel Ridge“ und dürfte hier eine weitere Facette seines Könnens zeigen. Daniel Ings ist dem deutschen Publikum durch Serien wie „Bridgerton“ vertraut.
Das Drehbuch stammt von Jonathan Tropper, der mit Shawn Levy bereits bei „The Adam Project“ zusammengearbeitet hat. Tropper gilt als Meister des tonalen Wechsels – er verbindet humorvolle Dialoge mit emotionalen Momenten, was perfekt zum Ton von Star Wars passt. Die Dreharbeiten endeten bereits Ende 2025, was bedeutet, dass der Film jetzt in der Postproduktion steckt. Für den 28. Mai 2027 ist der Kinostart geplant – ein klassischer Sommer-Blockbuster-Termin, der viel Vertrauen in das Projekt zeigt.
Die Bedeutung der D23-Präsentation
Die D23-Entertainment-Showcase ist DIsneys größte Veranstaltung für Fans und Fachpresse. Hier werden die wichtigsten kommenden Projekte vorgestellt, und die Reaktionen des Publikums gelten als Indikator für den Erfolg. Dass „Star Wars: Starfighter“ in dieser Runde gezeigt wurde, unterstreicht die Bedeutung des Films für die Zukunft des Franchise. Disney hatte nach dem Abschluss der Skywalker-Saga die Notbremse gezogen und zahlreiche angekündigte Projekte eingestellt oder überarbeitet. Nun setzt das Studio auf frische Ideen und neue Figuren, die nicht in der Vergangenheit verhaftet sind.
Besonders spannend ist die Entscheidung, den Film nach „Der Aufstieg Skywalkers“ anzusiedeln. Damit öffnet sich eine enorme narrative Freiheit: Es gibt keine Vorgaben aus den etablierten Kontinuitäten, keine Erwartungen an bekannte Schicksale. Gleichzeitig kann das Publikum sicher sein, dass die typischen Elemente – Lichtschwerter, Macht, gut gegen Böse – in neuer Form auftauchen werden. Die gezeigten Szenen deuteten an, dass der Film weniger auf Lichtschwertduelle als auf actiongeladene Verfolgungsjagden und die Beziehung zwischen Kade und dem Geheimnis um die G17 setzt.
Nostalgie und Neuanfang
Shawn Levy hat in den letzten Jahren gezeigt, dass er ein Händchen für die Verbindung von Abenteuer und Emotion hat. Mit „Stranger Things“ (als Produzent) und „Deadpool & Wolverine“ bewies er, dass er sowohl mit klassischen als auch mit subversiven Figuren umgehen kann. Bei „Star Wars: Starfighter“ geht es ihm offenbar um eine Balance: Vertraute Bilder, die Erinnerungen wecken, gepaart mit einer unbekannten Geschichte, die neue Wege geht. Die Brückenkonstruktion, die an die Originaltrilogie erinnerte, könnte als visuelles Leitmotiv dienen – eine Brücke zwischen der alten und der neuen Ära.
Die Nostalgie spielte auch bei der Präsentation selbst eine große Rolle. Als Ryan Gosling in Mickey-Mouse-Jacke die Bühne betrat, kannte seine Rührung kaum Grenzen. Der Schauspieler, der als Kind selbst in der Micky-Maus-Show auftrat und dort unter anderem mit Britney Spears und Justin Timberlake vor der Kamera stand, hat eine besondere Bindung zu Disney. Diese persönliche Geschichte verleiht dem Auftritt eine zusätzliche Tiefe, die das Publikum spürte. Dass er kurz darauf in die Kade-Jacke wechselte, war wie eine symbolische Übergabe: Aus dem Maus-Show-Kind wurde ein galaktischer Held.
Was von „Star Wars: Starfighter“ zu erwarten ist
Die ersten Screenshots und Beschreibungen deuten auf ein visuell beeindruckendes Erlebnis hin. Die rostige Raumschiffgarage wirkt im Kontrast zu den glänzenden High-Tech-Welten der klassischen Filme sehr bodenständig. Das könnte ein Hinweis darauf sein, dass Kade in einer Art kriminellem Milieu lebt – der falschen Seite der Galaxis eben. Sein Schicksal ist mit der G17 verbunden, einem Schiff, das offenbar eine bewegte Vergangenheit hat. Warum wurde es ausgemustert? Warum weiß eine ganze Generation nichts mehr davon? Diese Fragen werden den Film antreiben.
Die Ausschnitte zeigten außerdem rasante Verfolgungsjagden über Meer und Sümpfe, was auf eine planetare Vielfalt schließen lässt. Speederbikes, imperial anmutende Raumschiffe und klassische Weltraumaufnahmen sorgen für das bekannte Star-Wars-Gefühl, während die Handlung eine eigene Identität entwickelt. Regisseur Shawn Levy hat in Interviews angedeutet, dass der Film eine Mischung aus Weltraum-Western und Heist-Thriller sei – eine Beschreibung, die neugierig macht.
Der Blick nach vorn
Mit „Star Wars: Starfighter“ wagt Disney einen mutigen Schritt. Nach den gemischten Reaktionen auf die letzten Filmableger setzt das Studio nicht auf weitere bekannte Gesichter, sondern auf das Charisma von Ryan Gosling und die Vision von Shawn Levy. Das Konzept des „eigenständigen“ Films – also keine direkte Fortsetzung, sondern eine solitäre Geschichte – erlaubt es, ohne Ballast zu erzählen. Gleichzeitig bleibt genug Raum für spätere Querverbindungen, falls der Film Erfolg hat.
Für Ryan Gosling ist es die erste große Sci-Fi-Rolle seit „Blade Runner 2049“, in dem er ebenfalls als Pilot durch eine düstere Zukunft streifte. Dass er nun im Star-Wars-Universum landet, fühlt sich wie eine natürliche Weiterentwicklung an. Seine Fähigkeit, innere Zerrissenheit hinter einer coolen Fassade zu verbergen, passt ideal zu einem Charakter, der mehr scheint, als er zunächst preisgibt.
Die kommenden Monate werden zeigen, wie das Marketing aufgebaut wird. Ein erster voller Trailer zur D23-Präsentation war nicht zu sehen – nur eben jene Szenen, die das Publikum vor Ort begeisterten. Der Kinostart am 28. Mai 2027 ist noch weit entfernt, aber die Vorfreude ist geweckt. Wenn die Vorführung auf der D23 ein Indiz ist, dann könnte „Star Wars: Starfighter“ genau der frische Wind sein, den die Galaxis braucht.
Source: Promiflash.de News