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Alibaba-Gründer Jack Ma ist seit 2020 abgetaucht – so lebt er jetzt

May 29, 2026  Twila Rosenbaum  43 views
Alibaba-Gründer Jack Ma ist seit 2020 abgetaucht – so lebt er jetzt

Jack Ma, der Gründer von Alibaba, war einst der bekannteste und reichste Geschäftsmann Chinas. Seit Oktober 2020 ist er jedoch von der Bildfläche verschwunden – zumindest öffentlich. Nach einem scharfen Angriff auf Chinas Finanzaufsichtssystem wurde Ma zur Persona non grata im eigenen Land. Laut Berichten lebt er heute in Tokio, weitgehend unbeachtet von der Öffentlichkeit.

Der Aufstieg von Jack Ma

Jack Ma wurde 1964 in Hangzhou geboren. Ursprünglich als Englischlehrer tätig, entdeckte er früh das Potenzial des Internets. 1999 gründete er mit einigen Freunden in seiner Wohnung Alibaba, eine Online-Plattform für den Business-to-Business-Handel. Aus dem kleinen Startup wurde eines der wertvollsten Unternehmen der Welt. Ma selbst wurde zum Symbol des chinesischen Tech-Booms. Sein unkonventioneller Stil und seine visionären Reden machten ihn beliebt bei Investoren und der Öffentlichkeit. Die Börsengänge von Alibaba in New York und Hongkong brachten Milliarden ein. Ma galt als Vorbild für aufstrebende Unternehmer.

Der Zusammenstoß mit der Regierung

Der Wendepunkt kam im Oktober 2020. Bei einer Rede in Shanghai kritisierte Ma das chinesische Finanzsystem scharf. Er nannte die Regulierungen „antiquiert“ und „bürokratisch“. Diese Äußerungen kamen zur Unzeit – die Regierung unter Xi Jinping forcierte damals die Idee des „gemeinsamen Wohlstands“, einer Umverteilungspolitik zugunsten ärmerer Schichten. Mitten in diesem Reformprozess stellte die Rede von Ma eine Provokation dar. Der Staat reagierte prompt: Die geplante Mega-Börsennotierung der Ant Group, einer Alibaba-Tochter, wurde gestoppt. Die Aktien von Alibaba fielen drastisch. Der Tech-Sektor insgesamt sah sich plötzlich einem strengeren regulatorischen Umfeld gegenüber.

Das Leben im Exil

Seit diesem Vorfall ist Ma nicht mehr in der Öffentlichkeit aufgetreten. Gerüchte über seinen Aufenthaltsort kursierten monatelang. Im Juli 2022 tauchte er kurz an der Universität Wageningen in den Niederlanden auf. Doch laut Financial Times lebt er bereits seit einem halben Jahr in Tokio. In der japanischen Hauptstadt führt er ein unauffälliges Leben. Er soll sich hauptsächlich mit Mitgliedern exklusiver privater Clubs treffen. Seine Freizeit verbringe er in Thermen und Skigebieten. Auch regelmäßige Reisen in die USA und nach Israel werden ihm nachgesagt. Ma scheint die globale Bühne nicht zu vermissen – oder kann sie nicht mehr betreten.

Das schrumpfende Vermögen

Ma war 2020 noch rund 61 Milliarden Dollar schwer. Heute schätzt der Bloomberg Billionaires Index sein Nettovermögen auf etwa 30,7 Milliarden Dollar. Die Halbierung hat mehrere Gründe: Die Aktien von Alibaba sind seit ihrem Höchststand um rund 75 Prozent eingebrochen. Hinzu kommen die Entwertung seiner Anteile an Ant Group und anderen Beteiligungen. Chinas Wirtschaft kämpft mit den Folgen der Null-Covid-Politik, strengen Regulierungen und dem Immobiliencrash. Die Wohlhabenden des Landes sind gezwungen, ihre Vermögenswerte anzupassen. Ma bildet da keine Ausnahme, auch wenn er noch immer zu den reichsten Menschen der Welt zählt.

Chinas Tech-Dämmerung

Der Fall Jack Ma steht sinnbildlich für die Krise der chinesischen Tech-Branche. Nach Jahren ungebremsten Wachstums begann die Regierung 2020/21, die großen Konzerne stärker zu regulieren. Themen wie Datenschutz, Monopolbildung und Finanzstabilität rückten in den Fokus. Unternehmen wie Alibaba, Tencent, Didi und Meituan mussten harte Strafen und Auflagen hinnehmen. Die Aktienkurse brachen ein. Viele Firmenchefs lernten, sich öffentlich zurückzuhalten. Ma ist da nur der prominenteste Fall. Die Ära der Tech-Milliardäre, die sich wie Rockstars feiern ließen, ist vorbei.

Hintergrund: Der gemeinsame Wohlstand

Das Konzept des „gemeinsamen Wohlstands“ (common prosperity) ist keine neue Erfindung. Es geht auf die kommunistische Theorie von Deng Xiaoping zurück, wurde aber unter Xi Jinping wiederbelebt. Ziel ist es, die Einkommensschere zu schließen. Reiche sollen durch Steuern und Spenden mehr zur Gesellschaft beitragen, während die Regierung in Bildung, Gesundheit und soziale Sicherung investiert. Für Tech-Milliardäre bedeutet das: Sie müssen sich anpassen. Philanthropie wird erwartet, Geschäftsmodelle müssen sich an den staatlichen Prioritäten orientieren. Ma hat bereits eine Stiftung gegründet, die sich Bildung und Umwelt widmet. Doch ob das reicht, um wieder in die Gunst der Politik zu kommen, ist ungewiss.

Wie es weitergeht

Jack Ma ist 58 Jahre alt. Sein Rückzug aus der Öffentlichkeit könnte von Dauer sein. In Tokio ist er weitgehend sicher vor medialer Aufmerksamkeit, darf aber wohl nicht mehr in seine Heimat zurückkehren, ohne Repressalien zu riskieren. Seine Rolle in der Jack-Ma-Stiftung ist weiterhin aktiv, wie offizielle Dokumente zeigen. Ob er eines Tages wieder auf der großen Bühne auftritt, bleibt fraglich. Die chinesische Tech-Welt hat sich verändert. Unternehmer lernen, im Schatten zu agieren. Ma war der Vorreiter – im Erfolg wie im Fall.


Source: Business Insider News


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