Paulo Dybala wird der AS Rom erhalten bleiben – und das zu deutlich reduzierten Bezügen. Laut übereinstimmenden italienischen Medienberichten, insbesondere der Gazzetta dello Sport, hat sich der 32-jährige Argentinier bereit erklärt, eine massive Gehaltskürzung zu akzeptieren, um seinen Aufenthalt in der Ewigen Stadt um eine weitere Saison zu verlängern. Das derzeitige Arbeitspapier des Stürmers läuft Ende Juni 2026 aus, doch nun zeichnet sich eine Einigung für ein weiteres Jahr, möglicherweise mit Option auf eine zusätzliche Spielzeit, ab.
Dybala, der im Sommer 2022 ablösefrei von Juventus Turin zur Roma kam, verdiente bislang ein Grundgehalt von rund 8 Millionen Euro netto pro Saison – eine Summe, die für die finanziell angespannten Romer zunehmend schwer zu stemmen war. Der neue Vertrag soll dem Vernehmen nach ein Fixgehalt von nur noch etwa 2,5 Millionen Euro pro Jahr vorsehen, ohne leistungsbezogene Boni für Tore oder Einsätze. Das entspricht einer Reduzierung um fast 70 Prozent und zeigt, wie sehr der Weltmeister von 2022 an einem Verbleib in der italienischen Hauptstadt interessiert ist.
Interesse von Boca Juniors und Fenerbahce abgewehrt
In den vergangenen Wochen war immer wieder spekuliert worden, dass Dybala im Sommer zu seinem Jugendklub Boca Juniors zurückkehren könnte. Auch der türkische Spitzenklub Fenerbahce soll ernsthaftes Interesse angemeldet haben. Doch letztlich scheint das Herz des „La Joya“ genannten Angreifers für die Giallorossi zu schlagen. Die Berichte aus Italien betonen, dass es für Dybala nie eine Frage des Geldes gewesen sei. Vielmehr wolle er dem Team auf dem erwarteten Weg in die Champions League in der kommenden Saison helfen, fühle sich mit seiner jungen Familie in Rom wohl und genieße das Vertrauen von Trainer und Fans.
Der gebürtige Laguna Larga hatte zuvor immer wieder betont, dass er sich in Rom sehr heimisch fühle. Seine erste Tochter wurde im März 2026 geboren, und die Familie habe sich bestens eingelebt. Dieser persönliche Faktor wird als ein entscheidendes Argument für seinen Verbleib gewertet.
Die Entwicklung von Dybala bei der Roma
Seit seinem Wechsel von Juventus Turin hat Dybala in 120 Pflichtspielen für die Roma 37 Tore erzielt und 22 Vorlagen geliefert. Seine erste Saison 2022/23 war von Höhen und Tiefen geprägt: Zwar führte er die Mannschaft mit wichtigen Toren in der Europa League bis ins Finale, doch immer wieder bremsten ihn Muskelverletzungen aus. In der vergangenen Spielzeit 2025/26 konnte er nicht durchgängig sein volles Potenzial abrufen, war aber in den entscheidenden Phasen, insbesondere nach seiner Rückkehr von einer Knieverletzung im März, ein wichtiger Faktor für die Siegesserie der Roma.
Der Klub selbst hat die Vertragsverlängerung mit Hochdruck vorangetrieben. Sportdirektor Tiago Pinto und Trainer Claudio Ranieri, der nach einer durchwachsenen Saison den Verein übernommen hat, sehen in Dybala einen unverzichtbaren Führungsspieler. Seine Erfahrung und seine technische Finesse sollen die junge Mannschaft stabilisieren.
Historischer Kontext: Dybalas Karriere und die finanzielle Situation der Roma
Paulo Dybala begann seine Karriere beim argentinischen Klub Instituto de Córdoba, bevor er 2012 zu US Palermo nach Italien wechselte. Dort wurde er zu einem der begehrtesten Talente Europas. 2015 wechselte er für rund 40 Millionen Euro zu Juventus Turin, wo er in sieben Jahren fünf Meistertitel und vier Pokalsiege gewann. 2018 wurde er zum wertvollsten Spieler der Serie A gekürt. Sein Vertrag bei Juventus lief 2022 aus, und die Roma nutzte die Chance auf einen ablösefreien Transfer – ein Coup, der damals als einer der besten Transfers der Saison galt.
Die finanziellen Schwierigkeiten der AS Rom sind kein Geheimnis. Unter der Präsidentschaft von Dan und Ryan Friedkin hat der Klub zwar ambitioniert investiert, musste aber gleichzeitig die Gehaltsstruktur reduzieren und junge Talente fördern. Dybalas Gehaltsverzicht ist daher nicht nur ein persönliches Opfer, sondern auch ein Signal, dass die Stars des Teams bereit sind, den Weg mitzugehen. Die Roma hatte in den letzten Jahren mit Verletzungen und Formschwankungen zu kämpfen, insbesondere im Angriff. Andrea Belotti und Tammy Abraham verließen den Klub inzwischen, und Neuzugänge wie Milan Skriniar oder Leandro Paredes brachten nicht sofort die erhoffte Stabilität.
Auswirkungen auf die kommende Saison
Mit Dybala als Fixpunkt in der Offensive kann die Roma ihre Planungen für die neue Saison konkretisieren. Sollte der Klub tatsächlich die Champions League erreichen – was nach der aktuellen Form und der Tabellensituation realistisch erscheint – wäre dies ein großer Schritt in der sportlichen und finanziellen Entwicklung. Dybala selbst könnte in der Königsklasse ein letztes großes Kapitel seiner Karriere aufschlagen.
Die kommende Woche wird voraussichtlich die offizielle Bestätigung der Vertragsverlängerung bringen. Die Fans der Giallorossi können aufatmen: Ihr Star bleibt, wenn auch zu deutlich reduzierten Bezügen. Der Weg der Roma scheint sich zu konsolidieren, und mit Dybala hat man einen erfahrenen Leader, der die Mannschaft auf und neben dem Platz führen kann.
Die Berichte der Gazzetta dello Sport deuten darauf hin, dass alles unterschriftsreif sei. Es wird erwartet, dass der neue Vertrag bis 2027 läuft, mit einer Option für ein weiteres Jahr. Dybala selbst hat sich in den letzten Wochen – trotz der Vertragsunsicherheit – voll auf seine Aufgaben konzentriert und mit wichtigen Toren und Vorlagen seinen Wert unterstrichen.
Source: OneFootball News