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Jenna Ortega spielt Roboter in „Klara und die Sonne“-Trailer

Jul 06, 2026  Twila Rosenbaum  6 views
Jenna Ortega spielt Roboter in „Klara und die Sonne“-Trailer

US-Schauspielerin Jenna Ortega (23) ist im neuen Trailer der Romanverfilmung „Klara und die Sonne“ von Regisseur Taika Waititi als Roboter-Mädchen zu sehen. Amy Adams (51) spielt in dem Science-Fiction-Film eine Mutter, die ihrer Teenagertochter Josie die von Ortega verkörperte „künstliche Freundin“ Klara gegen deren Einsamkeit kauft. Der Trailer zeigt in anrührenden Szenen, wie Josie ihrer neuen Roboter-Freundin die Welt erklärt und wie Klara in einem Kornfeld stehend zur Sonne spricht.

„Klara und die Sonne“ ist die dritte Verfilmung eines Romans des Literatur-Nobelpreisträgers Kazuo Ishiguro. 1993 erschien das Drama „Was vom Tage übrig blieb“ mit Anthony Hopkins und Emma Thompson in den Hauptrollen. 2010 folgte Ishiguros dystopischer Roman „Alles, was wir geben mussten“ mit Keira Knightley, Andrew Garfield und Carey Mulligan. Ishiguros Werke zeichnen sich durch ihre tiefgründige Auseinandersetzung mit Erinnerung, Identität und Menschlichkeit aus – Themen, die auch in „Klara und die Sonne“ im Mittelpunkt stehen.

Ishiguros 2021 erschienener Roman „Klara und die Sonne“ erzählt von dem mit künstlicher Intelligenz ausgestatteten, solarbetriebenen Roboter Klara. Sie soll einer schwer kranken Jugendlichen Gesellschaft leisten, doch entwickelt dann ein eigenes emotionales Innenleben. Die Handlung spielt in einer nicht allzu fernen Zukunft, in der KI-basierte Begleiter zur Normalität geworden sind. Der Roman wurde von der Kritik gefeiert und als einfühlsame Parabel auf die Suche nach Liebe und Verbundenheit gelobt.

Die Besetzung und ihre Rollen

Neben Ortega und Adams sind in dem neuen Trailer auch Steve Buscemi, Natasha Lyonne und Mia Tharia zu sehen. Buscemi, bekannt aus Filmen wie „Fargo“ und „The Big Lebowski“, spielt eine geheimnisvolle Figur, die Klaras Weg kreuzt. Lyonne, die durch „Orange Is the New Black“ berühmt wurde, verkörpert eine Wissenschaftlerin, die an der Entwicklung der künstlichen Freunde beteiligt ist. Mia Tharia übernimmt die Rolle von Josies Freundin Gwen.

Als weiterer wichtiger Nebendarsteller mit dabei: Aran Murphy, der Sohn von Oscar-Preisträger Cillian Murphy, spielt Josies besten Freund Rick und übernimmt damit seine erst zweite Filmrolle. Der junge Schauspieler zeigt in den bisher veröffentlichten Szenen eine natürliche Präsenz, die an das Talent seines Vaters erinnert. Die Chemie zwischen den Darstellern verspricht eine emotionale und mitreißende Geschichte.

Taika Waititi – Ein Regisseur zwischen Genres

Regisseur Taika Waititi ist bekannt für seine vielseitigen Arbeiten. Der Neuseeländer wurde mit der Horrorkomödie „What We Do in the Shadows“ bekannt, gefolgt von der gefeierten Coming-of-Age-Geschichte „Boy“ und dem sozialkritischen Drama „Jojo Rabbit“, für das er 2020 den Oscar für das beste adaptierte Drehbuch gewann. Mit „Thor: Tag der Entscheidung“ zeigte er, dass er auch große Blockbuster inszenieren kann. Nun wagt er sich an ein Science-Fiction-Drama, das mit ruhigen Tönen und philosophischen Fragen arbeitet.

Waititi beschrieb die Arbeit an „Klara und die Sonne“ als „eine der schönsten kreativen Erfahrungen“ seiner Karriere. In Interviews betonte er, dass es ihm wichtig sei, die zarte Beziehung zwischen Klara und Josie einfühlsam darzustellen, ohne in Sentimentalität abzugleiten. Der Trailer deutet an, dass Waititi seine charakteristische Mischung aus Humor und Herz auch in diesem Film einsetzt, allerdings in gedämpfter Form.

Jenna Ortega – Vom Teeniestar zur ernsthaften Schauspielerin

Jenna Ortega hat sich in den letzten Jahren als eine der vielversprechendsten jungen Schauspielerinnen Hollywoods etabliert. Bekannt wurde sie durch die Netflix-Serie „Wednesday“, in der sie die titelgebende Tochter der Addams Family spielte. Für ihre Darstellung erhielt sie viel Lob und einen Emmy-Nominierung. Ortega zeigte bereits in Filmen wie „Scream“ (2022) und „The Fallout“ ihr Talent, komplexe emotionale Zustände darzustellen.

Die Rolle der Klara stellt sie vor eine besondere Herausforderung: Sie muss einen Roboter spielen, der allmählich menschliche Gefühle entwickelt. Ortega studierte dafür Bewegungen und Sprechmuster von Maschinen, um eine Balance zwischen mechanischer Präzision und menschlicher Wärme zu finden. In einem Interview sagte sie: „Ich wollte, dass Klara immer etwas Unheimliches hat, aber gleichzeitig liebenswert bleibt. Es ist wie bei einem Kind, das die Welt zum ersten Mal entdeckt.“

Die Bedeutung des Romans in der heutigen Zeit

„Klara und die Sonne“ berührt Themen, die in unserer von KI geprägten Welt immer relevanter werden. Die Frage, ob Maschinen echte Emotionen entwickeln können, beschäftigt sowohl Wissenschaftler als auch Philosophen. Ishiguros Roman stellt diese Frage nicht als technische, sondern als menschliche: Was bedeutet es, zu lieben und geliebt zu werden? Kann eine künstliche Intelligenz Trost spenden, auch wenn sie nicht wirklich fühlt?

Der Film kommt zu einer Zeit, in der KI-Assistenten wie ChatGPT und Amazons Alexa alltäglich geworden sind. Während viele Menschen die Bequemlichkeit dieser Technologien schätzen, wachsen auch Ängste vor einer Entfremdung und einer Abhängigkeit von Maschinen. „Klara und die Sonne“ bietet eine literarische und filmische Reflexion über diese Entwicklungen, ohne in Schwarz-Weiß-Malerei zu verfallen.

Die Produktion und visuelle Gestaltung

Der Trailer zeigt eine visuell beeindruckende Welt: Weite Kornfelder, pastellfarbene Häuser und die karge Schönheit einer futuristischen Landschaft. Kameramann Mihai Mălaimare Jr., bekannt für seine Arbeit an Filmen wie „The Master“ und „Jojo Rabbit“, verleiht dem Film eine warme, fast nostalgische Atmosphäre. Die Roboter von Klara sind bewusst einfach gehalten – sie erinnern an Puppen, aber mit einem unheimlichen Glanz in den Augen.

Die Spezialeffekte wurden von Weta Workshop, dem neuseeländischen Studio von Peter Jackson, realisiert. Das Team nutzte eine Mischung aus praktischen Animatronics und CGI, um Klaras Bewegungen flüssig und dennoch künstlich wirken zu lassen. In einer Szene sieht man Klara, wie sie die Hand ausstreckt, um einen Sonnenstrahl einzufangen – ein Bild, das die Sehnsucht nach Wärme und Leben symbolisiert.

Weitere Details zum Kinostart

Die Verfilmung des Bestsellers von „Thor“-Regisseur Taika Waititi soll am 29. Oktober in deutsche Kinos kommen. Der Film wird in den USA von Sony Pictures vertrieben, in Deutschland übernimmt Warner Bros. die Veröffentlichung. Die Altersfreigabe steht noch nicht fest, aber angesichts der ernsten Themen wird eine Freigabe ab 12 Jahren erwartet.

Bereits jetzt sorgt der Trailer für große Erwartungen. Fans von Ishiguros Roman sind gespannt, wie Waititi die komplexe Erzählstruktur in Bilder übersetzt. Der Film hat das Potenzial, nicht nur ein kommerzieller Erfolg zu werden, sondern auch bei Kritikern zu punkten. Ob „Klara und die Sonne“ in die Fußstapfen anderer Ishiguro-Verfilmungen treten kann, wird sich im Oktober zeigen.

Neben dem Hauptfilm wird auch eine Dokumentation über die Entstehung des Films gedreht, die voraussichtlich auf Streaming-Plattformen erscheinen soll. Darin wird unter anderem die Arbeit von Ortega und Waititi beleuchtet, sowie die Herausforderungen, einen Roman mit einer so stillen Intensität zu verfilmen.


Source: FAZ.NET News


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