Es ist die Nachricht, auf die Millionen MMA-Fans weltweit gewartet haben: Conor McGregor (37) wird noch in diesem Jahr sein spektakuläres Comeback im Octagon geben. Der irische Superstar steigt bei der Veranstaltung "UFC 329" am 11. Juli 2026 in Las Vegas gegen Max Holloway (34) in den Käfig. Das hat UFC-Präsident Dana White (56) in der Nacht auf Sonntag offiziell verkündet.
Nach genau 4 Jahren, 11 Monaten und einem Tag Pause kehrt McGregor damit in die größte MMA-Bühne der Welt zurück. Seinen letzten Kampf hatte er am 10. Juli 2021 bei UFC 264 erlebt, als er durch technischen K.O. gegen Dustin Poirier verlor. Damals zog sich McGregor in der ersten Runde einen komplizierten Bruch des linken Schien- und Wadenbeins zu – eine Verletzung, die seine Karriere beinahe beendet hätte. In den folgenden Jahren mehrten sich die Zweifel, ob der Ire jemals wieder in den Käfig steigen würde.
Eine Karriere voller Höhen und Tiefen
Conor McGregor ist zweifellos einer der bekanntesten und kontroversesten Kämpfer in der Geschichte des Mixed Martial Arts. Geboren am 14. Juli 1988 in Dublin, begann er früh mit dem Kampfsport und stieg 2013 in die UFC ein. Bereits in seinem zweiten UFC-Kampf besiegte er Max Holloway – genau jenen Mann, gegen den er nun sein Comeback bestreitet. Damals, im August 2013 in Boston, gewann McGregor einstimmig nach Punkten, obwohl er sich in dem Gefecht einen Kreuzbandriss zuzog. Es war ein Kampf, der den Grundstein für seinen Aufstieg legte.
Seinen endgültigen Durchbruch feierte McGregor 2015, als er Chad Mendes durch T.K.O. besiegte und sich den Interimstitel im Federgewicht sicherte. Nur wenige Monate später, bei UFC 194, knockte er den legendären José Aldo nach nur 13 Sekunden aus – der schnellste K.O. in einem UFC-Titelkampf. Damit krönte sich McGregor zum unangefochtenen Federgewichtschampion. Ein Jahr später stieg er ins Leichtgewicht auf und besiegte Eddie Alvarez, um als erster Kämpfer der UFC-Geschichte gleichzeitig Titel in zwei Gewichtsklassen zu halten. Dieser Doppel-Champion-Status machte ihn über Nacht zum globalen Superstar.
Doch der Ruhm brachte auch Schattenseiten. Nach seinem Aufstieg folgte eine zweijährige Pause, in der er 2017 im Boxkampf gegen Floyd Mayweather Jr. antrat – eine der finanziell lukrativsten Veranstaltungen aller Zeiten, die McGregor rund 100 Millionen US-Dollar einbrachte. Als er 2018 in die UFC zurückkehrte, traf er auf seinen erbitterten Rivalen Khabib Nurmagomedov. Der Kampf bei UFC 229 endete mit einer Niederlage durch Aufgabe in der vierten Runde, wurde aber zur meistverkauften Pay-per-View-Veranstaltung der UFC-Geschichte. Nach dem Kampf eskalierte eine Massenschlägerei zwischen den beiden Teams, was zu Sperren und Geldstrafen führte.
Negativschlagzeilen und sportlicher Niedergang
Die Jahre nach dem Khabib-Kampf waren für McGregor geprägt von Kontroversen abseits des Octagons. Im April 2021 attackierte er in einem irischen Pub einen älteren Mann und musste sich später vor Gericht verantworten. Im Juli 2025 verlor er ein Berufungsverfahren, nachdem er zuvor wegen sexueller Nötigung zivilrechtlich schuldig gesprochen worden war. Mehrfach war er in Prügeleien in Nachtklubs verwickelt, und sein öffentliches Image litt zunehmend.
Auch sportlich blieben die Erfolge aus. Nach seiner Niederlage gegen Poirier im Juli 2021 und der schweren Beinverletzung pausierte McGregor fast fünf Jahre. Zuletzt wurde er wegen Verstößen gegen die Meldepflicht im Rahmen der Anti-Doping-Bestimmungen für 18 Monate gesperrt. Diese Sperre endete am 20. März 2026. Viele Fans und Experten hatten bereits die Hoffnung aufgegeben, dass McGregor jemals wieder in den Käfig steigen würde. Doch nun kommt alles anders.
Der Gegner: Max Holloway – ein altbekanntes Gesicht
Max Holloway, 34 Jahre alt, ist ein ehemaliger Federgewichtschampion und einer der besten Kämpfer in der Geschichte dieser Gewichtsklasse. Der Hawaiianer ist bekannt für sein unermüdliches Tempo, seine beeindruckende Schlagausdauer und seine Haltbarkeit. Holloway hält den Rekord für die meisten Knockdowns und die meisten gewerteten Schläge in der UFC-Geschichte. Er hat Größen wie José Aldo, Frankie Edgar und Brian Ortega besiegt.
Im August 2013 trafen McGregor und Holloway bereits aufeinander – damals noch im Federgewicht. McGregor gewann nach drei Runden einstimmig nach Punkten, doch der Kampf war enger, als es das Ergebnis vermuten lässt. Holloway zeigte bereits damals sein enormes Potenzial. Nun, 13 Jahre später, kommt es zur Neuauflage – allerdings im Weltergewicht (bis 77 kg). Beide Kämpfer sind in dieser Gewichtsklasse eher ungewöhnlich, da sowohl McGregor als auch Holloway natürliche Leichtgewichte oder Federgewichte sind. Doch die UFC setzt auf das Prestige der beiden Namen, um das Comeback zu einem riesigen Event zu machen.
Die Bedeutung des Comebacks für die UFC
Die Rückkehr von Conor McGregor ist für die Ultimate Fighting Championship von enormer Bedeutung. McGregor war über Jahre hinweg der größte Zugpferd der Organisation. Seine Kämpfe brachen regelmäßig Pay-per-View-Rekorde und brachten der UFC Milliardenumsätze ein. Seit seiner Abwesenheit hat die Liga mit neuen Stars wie Israel Adesanya, Alex Pereira und Jon Jones zwar weiterhin große Namen, aber keiner erreicht die mediale Strahlkraft des Iren.
UFC-Präsident Dana White betonte in seiner Ankündigung, dass dieser Kampf einer der größten in der Geschichte der Liga werden könnte. „Conor ist zurück, und er trifft auf einen der besten Kämpfer aller Zeiten. Das wird ein Spektakel“, sagte White. Die Kartenverkäufe für UFC 329 in der T-Mobile Arena in Las Vegas starteten bereits Stunden nach der Bekanntgabe und waren innerhalb kürzester Zeit ausverkauft. Die Nachfrage nach Tickets war so hoch, dass die Veranstalter zusätzliche Sitzplätze freigeben mussten.
McGregors Trainingslager und Vorbereitung
Berichten zufolge trainiert McGregor seit mehr als einem Jahr intensiv für sein Comeback. In den sozialen Medien postete er immer wieder Videos von harten Sparringsessions und Krafttraining. Er arbeitet mit einem neuen Team zusammen, das ihn gezielt auf das Weltergewicht vorbereitet. McGregors Trainer John Kavanagh sagte in einem Interview, dass sein Schützling in der besten körperlichen Verfassung seit Jahren sei. „Er hat seine Verletzung vollständig ausgekuriert und ist motivierter denn je. Conor will zeigen, dass er immer noch zu den Besten der Welt gehört.“
Ein besonderes Augenmerk liegt auf der Beinverteidigung und der Ausdauer – zwei Bereiche, in denen McGregor in der Vergangenheit oft Schwächen offenbarte. Gegen Holloway, der für sein enormes Volumen an Schlägen bekannt ist, wird McGregor über fünf Runden gehen müssen. Eine Niederlage wäre katastrophal für sein Comeback, ein Sieg könnte ihn zurück in den Titelkampf katapultieren.
Historische Parallelen und mögliche Zukunft
Comebacks nach langen Pausen sind im MMA selten und oft von gemischtem Erfolg geprägt. Nur wenige Kämpfer kehrten nach einer Abwesenheit von mehr als drei Jahren zurück und gewannen wieder auf höchstem Niveau. Ein Beispiel ist Georges St. Pierre, der nach vier Jahren Pause 2017 zurückkam und Michael Bisping besiegte, um den Mittelgewichtstitel zu gewinnen. Aber auch negative Beispiele gibt es, etwa Chuck Liddell, dessen Comeback 2018 gegen Tito Ortiz mit einer bitteren K.O.-Niederlage endete.
Sollte McGregor Holloway besiegen, wäre der Weg frei für große Kämpfe im Weltergewicht. Ein Duell mit dem aktuellen Champion Leon Edwards oder mit einem alten Rivalen wie Nate Diaz wäre denkbar. Auch ein Kampf gegen Michael Chandler, der bereits mehrfach eine Begegnung forderte, steht im Raum. Die UFC hat ein großes Interesse daran, McGregor langfristig wieder einzubinden, und wird ihm nach diesem Kampf sicherlich lukrative Verträge anbieten.
Die Kontroversen der letzten Jahre haben McGregors öffentliches Bild beschädigt, doch seine Fans sehen in ihm nach wie vor den unberechenbaren Showman, der die MMA-Welt mit seinem Charisma und seiner Schlagkraft revolutionierte. Ob er an diese alten Zeiten anknüpfen kann, wird sich am 11. Juli in Las Vegas zeigen. Eines ist sicher: Die MMA-Welt wird an diesem Abend gespannt nach Las Vegas blicken, wenn der „Notorious“ nach fast fünf Jahren wieder den Käfig betritt.
Source: bild.de News