Biphoo.eu - Guest Posting Services

collapse
Home / Daily News Analysis / Vorbörse: SMI fester erwartet

Vorbörse: SMI fester erwartet

May 22, 2026  Twila Rosenbaum  6 views
Vorbörse: SMI fester erwartet

Vorbörse: Positive Erwartungen für den SMI

Der Schweizer Aktienmarkt dürfte am Freitag, den 22. Mai 2026, mit festerer Tendenz in den Handel starten. Nach den leichten Verlusten der vergangenen Tage zeichnet sich eine Erholung ab, die vor allem auf positive Vorgaben aus Übersee und eine leichte Entspannung der geopolitischen Lage zurückzuführen ist. Der Swiss Market Index (SMI) wird vorbörslich rund 0,3 bis 0,5 Prozent höher erwartet, womit er wieder an die Marke von 13.300 Punkten anknüpfen könnte.

Die Stimmung an den internationalen Finanzmärkten hat sich über Nacht aufgehellt. Insbesondere die asiatischen Börsen legten zu, angeführt von Technologiewerten in Japan und Südkorea. Der Nikkei-Index in Tokio stieg um rund 1,5 Prozent, während die Börsen in Festlandchina trotz konjunktureller Sorgen leicht zulegten. Auch die US-Futures deuten auf einen freundlichen Start an der Wall Street hin, was zusätzliche Impulse für den Schweizer Markt liefern könnte.

Währungen: Euro und Dollar gegenüber Franken stabil

Am Devisenmarkt zeigt sich der Schweizer Franken am Morgen weitgehend stabil. Der Euro wird bei 0,9135 Franken gehandelt, während der Dollar bei 0,7865 Franken notiert. Diese Niveaus entsprechen in etwa den Vortageswerten. Die Bewegungen sind gering, da die Marktteilnehmer vor dem Wochenende und angesichts der noch unklaren Lage im Nahen Osten eine abwartende Haltung einnehmen.

Der Franken bleibt insgesamt stark, was für die exportorientierte Schweizer Wirtschaft eine Herausforderung darstellt. Sollte der Euro unter die Marke von 0,91 Franken fallen, könnte die Schweizerische Nationalbank (SNB) mit Devisenmarktinterventionen reagieren. Analysten rechnen jedoch kurzfristig mit einer Seitwärtsbewegung, da die geopolitischen Risiken und die unterschiedlichen Zinserwartungen zwischen der Eurozone und den USA für gegenläufige Impulse sorgen.

Ölpreis legt zu – Auswirkungen auf die Konjunktur

Der Ölpreis hat am Freitagmorgen leicht angezogen. Ein Barrel der Sorte Brent kostet aktuell rund 94,50 US-Dollar, nachdem er in der Vorwoche noch über 97 Dollar notiert hatte. Die leichte Erholung vom Vortag wird von Händlern als technische Gegenbewegung gewertet. Ausschlaggebend bleiben die Entwicklungen im Nahen Osten: Die Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran läuft am Mittwoch aus, und es ist unklar, ob es zu einer Verlängerung oder einer Eskalation kommt.

Steigende Ölpreise belasten die weltweite Konjunktur, da sie die Produktionskosten erhöhen und die Inflation anheizen. Für die Schweiz als rohstoffarmes Land sind hohe Energiepreise besonders problematisch, da sie die Margen der Industrie schmälern und die Kaufkraft der Haushalte belasten. Dennoch zeigen sich die Schweizer Aktienmärkte in diesem Umfeld vergleichsweise robust, da die defensive Ausrichtung des SMI mit den Schwergewichten Nestlé, Novartis und Roche in Krisenzeiten oft als sicherer Hafen gilt.

Geopolitische Lage im Fokus

Das dominierende Thema an den Finanzmärkten bleibt der Konflikt im Nahen Osten. Die Gespräche zwischen den USA und dem Iran über eine Verlängerung der Waffenruhe stocken, und der Ton zwischen beiden Seiten hat sich zuletzt verschärft. US-Präsident Donald Trump drohte mit einer militärischen Eskalation, falls es nicht zu einer Einigung komme. Der Iran signalisiert hingegen wenig Kompromissbereitschaft, was die Unsicherheit erhöht.

Eine Blockade der Strasse von Hormus durch die US-Marine bleibt weiterhin bestehen, was die Ölversorgung gefährdet und für volatile Preise sorgt. Die Märkte haben sich jedoch an die erhöhte Volatilität gewöhnt und reagieren weniger panisch als noch vor einigen Wochen. Analysten betonen, dass die Wahrscheinlichkeit eines dauerhaften Friedensabkommens zwar gering, aber nicht null sei. Eine positive Überraschung könnte die Börsen in den kommenden Tagen deutlich beflügeln.

Unternehmensnachrichten und Aktien im Blick

Neben den makroökonomischen Faktoren rücken auch einzelne Unternehmen in den Fokus. Im SMI stehen vor allem die defensiven Werte wie Nestlé, Novartis und Roche im Mittelpunkt. Diese Titel haben in den vergangenen Wochen zwar keine spektakulären Gewinne erzielt, aber ihre Stabilität bewahrt. Am Freitag könnten jene Aktien profitieren, die in den letzten Tagen unter Druck geraten sind, etwa zyklische Werte wie Sika, Geberit oder Holcim, die von einer leichten konjunkturellen Erholung profitieren könnten.

Aus dem breiteren Markt gibt es positive Nachrichten von Temenos: Der Bankensoftwareanbieter legte am Donnerstag nach Börsenschluss solide Quartalszahlen vor, die über den Erwartungen lagen. Die Aktie könnte am Freitag um 2 bis 3 Prozent zulegen. Auch die Papiere von VAT, dem Vakuumventilhersteller, sind gefragt, da das Unternehmen von den anhaltenden Investitionen in die Chipindustrie profitiert.

Internationale Vorgaben: Wall Street und Asien

Die US-Börsen schlossen am Donnerstag uneinheitlich. Der Dow Jones Industrial gab leicht nach, während der Nasdaq 100 von starken Technologiewerten gestützt wurde. Besonders Amazon und Apple zeigten sich fest, nachdem positive Analystenkommentare und starke Geschäftszahlen die Anleger überzeugten. Die Vorgaben für den Freitag sind daher gemischt, aber insgesamt nicht negativ.

In Asien überwogen ebenfalls die positiven Vorzeichen. Der japanische Nikkei profitierte von einem schwächeren Yen, der Exportwerte wie Toyota und Sony begünstigte. Auch der Kospi in Südkorea legte zu, angeführt von Halbleiteraktien. Die chinesischen Börsen zeigten sich dagegen verhalten, da neue Covid-19-Fälle in Shanghai für Verunsicherung sorgen. Dennoch bleibt der Gesamttrend positiv, was den Schweizer Markt stützt.

Technische Analyse des SMI

Aus technischer Sicht hat der SMI in den vergangenen Tagen eine wichtige Unterstützung bei 13.200 Punkten getestet und sich von dort erholt. Der Index notiert nun wieder über der 200-Tage-Linie, was als bullishes Signal gewertet wird. Die nächste Widerstandszone liegt bei rund 13.400 Punkten, gefolgt von der Marke von 13.500 Punkten, die im April kurzzeitig erreicht wurde. Sollte der SMI diese Hürde überwinden, wäre der Weg für einen Test des Allzeithochs bei 13.700 Punkten frei.

Die relative Stärke (RSI) liegt bei rund 55, was auf eine neutrale bis leicht positive Verfassung hindeutet. Die Volatilität ist im Vergleich zu den Vorwochen gesunken, was auf eine gewisse Beruhigung der Märkte hindeutet. Dennoch bleibt die geopolitische Lage der größte Risikofaktor, der jederzeit zu abrupten Bewegungen führen kann.

Fazit: Vorsichtige Zuversicht

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Vorbörse am Freitag von einer vorsichtigen Zuversicht geprägt ist. Die Anleger hoffen auf eine diplomatische Lösung im Nahen Osten und setzen auf die Stabilität der Schweizer Blue Chips. Die Währungen bleiben ruhig, der Ölpreis ist moderat gestiegen, und die internationalen Vorgaben sind freundlich. Der SMI hat das Potenzial, die Verluste der Vorwoche zumindest teilweise wettzumachen, auch wenn die Unsicherheit hoch bleibt. Ein fester Handelsstart ist also wahrscheinlich, doch der weitere Tagesverlauf wird stark von neuen Nachrichten zur geopolitischen Lage abhängen.

Anleger sollten weiterhin die Entwicklungen im Nahen Osten genau verfolgen, da jede Eskalation die Märkte schnell nach unten reißen kann. Gleichzeitig bieten defensive Titel wie Nestlé, Roche und Novartis in diesem Umfeld eine gewisse Sicherheit. Zyklische Werte sind nur für risikobereite Anleger geeignet, da sie stärker auf konjunkturelle Schocks reagieren. Insgesamt bleibt der Schweizer Aktienmarkt aber gut aufgestellt, um auch schwierige Phasen zu überstehen.


Source: Finanz und Wirtschaft News


Share:

Your experience on this site will be improved by allowing cookies Cookie Policy